Unter türkischen Linden, die blühen, an Rasenrändern,
in leise von Heimweh geschaukelten Ständern,
atmen die Ara und wissen von ihren Ländern,
die sich, auch wenn sie nicht hinsehn, nicht verändern.

Fremd im beschäftigten Grünen wie eine Parade,
zieren sie sich und fühlen sich selber zu schade,
und mit kostbaren Schnäbeln aus Jaspis und Jade
kauen sie Graues, verschleudern es, finden es fade.

Unten klauben die duffen Tauben, was sie nicht mögen,
während sich oben die höhnischen Vögel verbeugen
zwischen den beiden fast leeren vergeudeten Trögen.

Aber dann wiegen sie wieder und schäfern und äugen,
spielen mit dunklen Zungen, die gerne lögen,
zerstreut an Fußfesselringen. Warten auf Zeugen.

Rainer Maria Rilke