XVIII. Internationales Hundesymposium

vom 15. – 17. November 2019 in Bernau im Chiemgau

Liebe Hundefreunde,

in diesem Jahr veranstalten wir zum 18. Mal das Internationale Hundesymposium, zu dem wir Sie herzlich einladen. Zahlreiche Experten aus dem In- und Ausland tragen wieder interessante Themen rund um den Hund vor und wir haben uns wie immer bemüht, ein spannendes und abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen, das für jeden interessant ist, der mit Hunden lebt und/ oder arbeitet.

Ruediger Dahlke, Deutschland spricht darüber, wie tief und untrennbar Haustiere mit ihren Haltern verbunden sind: Sie erspüren ihre Emotionen und spiegeln ihre Schattenaspekte, oft sogar indem sie deren Krankheiten übernehmen. Anhand vieler berührender Beispiele wird in dem Vortrag erklärt, mit welchem Altruismus Tiere „ihren“ Menschen intuitiv entlasten. Ruediger Dahlke ergänzt diese Beobachtungen mit seinen ganz persönlichen Erlebnissen mit Tieren. Wenn wir ihnen achtsam begegnen, so seine Überzeugung, liegt darin auch eine große Chance für unsere eigene Entwicklung. Ein Plädoyer für einen Bewusstseinswandel im Umgang mit unseren Mitgeschöpfen.

Lange Zeit war man der Meinung, dass es in erster Linie die Gene sind, die vom Züchter durch Selektion und sorgfältige Paarungsplanung im positiven Sinn beeinflusst werden können. Dass es Interaktionen zwischen Genen und Umwelt gibt, ist zwar seit langem bekannt, aber erst die Erkenntnisse des recht jungen Wissenschaftszweigs der Epigenetik zeigen auf, in welchem Ausmaß die Umwelt den Genotyp moderieren kann. So sind es u.a. bereits Umwelteinflüsse, denen Rüde und Hündin lange vor dem Deckakt ausgesetzt sind, die ihre Spuren in den Genen der Welpen hinterlassen. Auch die gesamte Trächtigkeit und Säugezeit ist eine epigenetisch sehr wichtige Zeit, fast ebenso wie die Gestaltung der Lebensumstände, durch die der Halter das Beste aus dem genetischen Schatz, den Hunde übernommen haben, entfalten kann. In dem spannenden Vortrag von Irene Sommerfeld-Stur, Österreich werden die Grundlagen der Interaktion zwischen Genen und Umwelt erklärt und ihre Bedeutung vom Beginn des Lebens bis zum Tod an zahlreichen Beispielen demonstriert.

Über den Einsatz von Belohnung im Hundetraining scheiden sich die Geister: Die einen lehnen sie als angebliche Bestechung ab, die anderen können sich kein Training ohne vorstellen. Viviane Theby, Deutschland wird in ihrem Vortrag die lerntheoretischen Hintergründe erläutern und aufzeigen, wie ungeheuer vielschichtig dieses Thema ist, denn es gibt nicht nur „schwarz und weiß“. Manchmal kann eine vom Menschen gedachte Belohnung vom Hund als Strafe empfunden werden und umgekehrt.

Es ist peinlich, es ist entnervend und kräftezehrend und außerdem ist es Gift für die Beziehung zu unserem Hund: Sein lautes und heftiges Verhalten an der Leine, wenn er andere Hunde oder sonstige Auslöser sieht. Egal, ob es vor der eigenen Haustür oder unterwegs auf den Feldern geschieht, keiner der Beteiligten hat seinen Spaß daran. Aber das ist kein Grund, nur noch bei Nacht und Regen Gassi zu gehen. In ihrem Vortrag beleuchtet Katrien Lismont, Deutschland die wichtigsten Facetten der Leinenaggression oder -reaktivität. Warum sie auftritt, welche Ursachen und wie viele Gesichter sie hat und wie wir – noch vor dem Training am Problemverhalten – mit helfenden Maßnahmen eine gute und ganzheitliche Grundlage für das Training schaffen.

Insbesondere Hundehalter, die schlimme Erfahrungen gemacht haben, weil der eigene Hund gebissen wurde oder gebissen hat, reagieren mit Unsicherheit und Angst auf die Begegnung mit anderen Hunden. In manchen Fällen würden sie am liebsten gar nicht mehr mit ihrem Hund aus dem Haus gehen. Da sich solche Gefühle aber stark auf den Hund übertragen und die Stressreaktion des Menschen dem Vierbeiner Gefahr signalisiert, schaukelt sich leicht eine unangenehme Spirale von Angstaggression seitens des Hundes und Stress und Hilflosigkeit beim Menschen hoch. Erst wenn es gelingt, selber in einen ausgeglichenen Zustand zu kommen, wird es möglich, in diesen kritischen Situationen mit dem Hund sinnvoll zu arbeiten. Elisabeth Beck, Deutschland spricht darüber, wie Sie durch gekonnte Anwendung einer speziellen Form der Gegenkonditionierung mit anschließendem Umlernen einem traumatisierten Hund erfolgreich helfen.

Leider ist es passiert: der Hund hat gebissen und dabei den Halter, eine Person im engeren Familienkreis, einen fremden Menschen oder einen anderen Hund verletzt. Schon seit einiger Zeit war das Zusammenleben problematisch geworden, immer wieder gab es kritische Situationen oder gar Beißvorfälle mit mehr oder weniger gravierenden Folgen, unter denen die Beziehung zum Hund zunehmend gelitten hat. Nun ist der Halter an einem Punkt, an dem er nicht mehr weiter weiß. Er hat den Haustierarzt um Rat gefragt, mit Hundetrainern gearbeitet oder Seminare besucht. Das Ergebnis ist unbefriedigend, in manchen Fällen hat sich das Aggressionsproblem sogar verschlimmert. Es stehen viele unbeantwortete Fragen im Raum: Sollte er den Hund abgeben? Aber an wen? Wer möchte einen aggressiven Hund übernehmen? Muss sein immer noch geliebter Hund eingeschläfert werden? Welcher Trainingsansatz könnte für den Hund die letzte Chance sein? In seinem Vortrag gibt Dr. Stephan Gronostay, Frankreich Hilfestellungen zum Umgang mit Situationen, in denen das Zusammenleben mit dem Hund durch eine Aggressionsproblematik stark gefährdet ist.

„Wie wir in den Hund hineinrufen, so schallt es zurück“ – in der Tat spiegeln Hunde ihre Menschen, aber nicht nur, indem sie uns nachahmen oder Stimmungen aufnehmen. Sie zeigen tiefe Konflikte und innere Muster auf, übernehmen stellvertretend sogar Krankheiten ihrer Halter. Systemisch betrachtet agieren sie somit als Symptomträger. Die eigentliche Ursache und Lösung finden wir also bei uns – vorausgesetzt, wir haben den Mut, in den Spiegel zu schauen. Denn womöglich verbirgt sich genau hier das Geheimnis glücklicher Hunde – darüber berichtet Karin Müller, Deutschland.

Hunde brauchen Grenzen – ein gewaltfreier und fairer Umgang mit dem Hund wird jedoch häufig gleichgesetzt mit „antiautoritärem Erziehungsstil“. Maria Rehberger, Deutschland wird in ihrem Vortrag darüber sprechen, was Grenzsetzung bedeutet, wie viele Grenzen Hunde brauchen, wie es gelingt, diese Grenzen sinnvoll und tierfreundlich zu etablieren und worauf dabei zu achten ist.

Auf den Neuhundehalter prasseln viele Informationen ein. Ganz gleich, ob es um die richtige Ernährung oder die perfekte Erziehung geht – online wie offline lauern viele Experten und Geschäftsmodelle, um Frauchen und Herrchen gründlich zu verunsichern – und damit den Hund gleich mit. Heidi Schmitt, Deutschland hat mit Hilfe von Humor und Verstand ihren eigenen Weg durch den Dschungel der erhobenen Zeigefinger gefunden. In ihrem Vortrag berichtet sie über ihre Erfahrungen und liest aus ihrem aktuellen Buch „Hunde, die nach hinten gucken“.

Freitag, den 15. November 2019
13.00 UhrBegrüßung und Eröffnung des XVIII. Internationalen Hundesymposiums
13.15 – 14.45 UhrRuediger Dahlke: „Tiere als Spiegel der Seele I"
Kurze Pause
15.15 – 16.15 UhrRuediger Dahlke: „Tiere als Spiegel der Seele II"
Kurze Pause
16.45 – 17.45 UhrHeidi Schmitt: „Hunde 2020 – gesünder, umsorgter, glücklicher?“
Samstag, den 16. November 2019
9.00 – 10.30 Uhr Irene Sommerfeld-Stur: „Epigenetik – Gene und Umwelt – Interaktionen von der Wiege bis zur Bahre“
Kurze Pause
11.00 – 12.30 UhrDr. Stephan Gronostay: „Wenn nichts mehr geht – Therapie bei Aggressionsproblemen mit schlechter Prognose“
Mittagspause
14.00 – 15.30 UhrKarin Müller: „Wie wir in den Hund hineinrufen, so schallt es zurück”
Kurze Pause
16.00 – 17.30 UhrViviane Theby: „Über den Einsatz von Belohnung im Hundetraining“
Sonntag, den 17. November 2019
9.00 – 10.30 Uhr Katrien Lismont: „Hund trifft Hund – Neue Wege im Umgang mit Leinenreaktivität “
Kurze Pause
11.00 – 12.30 UhrMaria Rehberger: „Sinnvoll Grenzen setzen”
Mittagspause
14.00 – 15.30 UhrElisabeth Beck: „Mentale Stärke am anderen Ende der Leine“
gegen 16.00 UhrEnde des Symposiums

Wenn Sie am Symposium teilnehmen möchten, können Sie dieses direkt online buchen. Nach Eingang erhalten Sie umgehend eine Buchungsbestätigung und eine Wegbeschreibung zum Gasthof Kampenwand in Bernau. Wir würden uns freuen, Sie im November bei diesem spannenden Programm dabei zu haben!

Mit hunde-freundlichen Grüßen
Clarissa v. Reinhardt + Team

Wichtig: Wir erwarten eine hohe Anzahl von Besuchern und möchten Sie deshalb dringend bitten (gerade im Sinne Ihres Hundes/ Ihrer Hunde!), diese wenn irgend möglich zu Hause zu lassen. Auf Grund des zwangsläufig beschränkten Platzangebots ist das Mitbringen eines Hundes zwar in Ausnahmefällen möglich, bedarf aus organisatorischen Gründen aber der Absprache mit uns.

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