XXV. Internationales Hundesymposium
vom 13.-15. November 2026
Liebe Hundefreunde,
es gibt Grund zum Feiern: Das Internationale Hundesymposium findet bereits zum 25. Mal statt! Als erstes Symposium seiner Art im deutschsprachigen Raum begleiten wir seit einem Vierteljahrhundert Menschen, die mit Hunden leben und arbeiten, mit spannendem Wissen, neuen Impulsen und inspirierenden Begegnungen.
Seit 25 Jahren präsentieren wir hochkarätige ReferentInnen aus dem In- und Ausland zu vielfältigen Themen rund um den Hund. Auch in diesem Jubiläumsjahr dürfen wir uns auf international anerkannte Persönlichkeiten freuen – darunter Turid Rugaas und Linda Tellington-Jones.
Wie jedes Jahr haben wir ein abwechslungsreiches und spannendes Programm zusammengestellt, das sowohl HundehalterInnen als auch Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen anspricht. Freut Euch auf interessante Vorträge, neue Erkenntnisse und viele bereichernde Einblicke in die Welt der Kynologie.
Das Symposium findet dieses Jahr wieder als Webinar statt, so dass Ihr es bequem online von zu Hause aus besuchen könnt. Die Vorträge werden aufgezeichnet – die Aufzeichnung kann bis zum 15.12.2026 online angesehen werden. Es ist von folgenden Instituten als Fortbildung anerkannt:


Eine laufende Studie über die Folgen davon, wie wir unsere Hunde führen, darüber spricht Turid Rugaas, Norwegen. Über einen Zeitraum von sechs Jahren, in dem die meisten Hunde, die in ihr Zentrum kamen, Reaktivität als Hauptproblem hatten, stellten sie fest, dass sie und ihr Team genauer hinschauen mussten – und das haben sie getan. Sie haben alle Fälle betrachtet, die Gründe, die jeder Hund hatte, sowie das Rehabilitationsprogramm, das sie erhielten, plus die Ergebnisse des Trainings, und erkannten ein deutliches Muster. Dies veranlasste sie zu einer neuen Studie und einem Programm, das ganz aktuell noch läuft. Turid Rugaas spricht darüber, was getan wurde, warum, und wie sich das Rehabilitationsprogramm verändert hat. Es war ein interessanter Prozess, bei dem sie viel gelernt haben und sie freuen sich schon auf die Ergebnisse am Ende. Die Gründe für die Reaktivität haben sich als anders herausgestellt als erwartet, und die richtigen Verhaltensänderungen zu finden, um sie zu verändern, hat die Rehabilitation schneller und direkter gemacht.
Die Säulen des Tellington Touch – mein persönlicher Weg. Die Tellington TTouch®-Methode ist ein einzigartiges und umfassendes System zum Verstehen und zum Umgang mit unseren Hunden und uns selbst. Sie kombiniert sanfte, kreisende Berührungen (TTouches) mit Führübungen und Hindernisparcours, um das Vertrauen, das Wohlbefinden und die Lernfähigkeit zu fördern. Linda Tellington-Jones, USA hat diese Methode vor über fünf Jahrzehnten entwickelt und spricht beim Internationalen Hundesymposium über ihren persönlichen Weg mit T.T.E.A.M. Der TTouch verbindet Beobachtung, Philosophie, Körperarbeit, Bodenübungen und Hilfsmittel für Gleichgewicht, Harmonie und bessere Kommunikation.
Co-Regulation ist ein zentraler Mechanismus im Zusammenleben mit Hunden. Co-Regulation beschreibt, wie Hunde sich in emotional aktivierten Zuständen an uns orientieren, wenn sie sich noch nicht selbst regulieren können. Ist der Hund erregt – durch Aufregung, Unsicherheit oder Frustration – kann klare, ruhige Unterstützung helfen, die Aktivierung zu senken. Nicht durch Ablenkung oder Beschwichtigung, sondern durch authentische, stabile Präsenz. Karin Jansen, Deutschland erklärt uns: Wann ist Co-Regulation sinnvoll – und wann nicht? Nicht jedes Verhalten braucht Unterstützung: Grenzen, Frustration und klare Abbrüche brauchen eine andere Auflösung. Am Ende wird deutlich: Co-Regulation ist die Grundlage für emotionale Selbstregulation bei Hund und Mensch.
Wie können Geräte sinnvoll in die Arbeit mit Hunden integriert werden – und worauf kommt es dabei wirklich an? In ihrem Vortrag erklärt Clarissa v. Reinhardt, Deutschland die vielfältigen Möglichkeiten der Gerätearbeit und zeigt, wie sie korrekt aufgebaut und effektiv eingesetzt wird – und auch, was man warum besser lassen sollte. Sie erklärt die altersgerechte Gestaltung: Welche Hindernisse dürfen Welpen schon betreten, welche müssen noch warten und warum? Wie werden heranwachsende Hunde sinnvoll gefördert, ohne sie zu überfordern? Welche Aspekte sind bei erwachsenen Hunden entscheidend – und wie kann man auch Senioren sicher und gewinnbringend einbeziehen? Ihr besonderer Fokus liegt bei der Frage, wie Gerätearbeit gezielt in der Verhaltenstherapie eingesetzt werden kann, etwa bei ängstlichen oder aggressiven Hunden. Clarissa v. Reinhardt zeigt, wie kontrollierte Herausforderungen das Selbstvertrauen stärken und neue Perspektiven zur Verhaltensänderung beitragen.
Celino, Pretty, Zita, Lexi, Domino Dorie, Gina, Gipsy, Tessy, Luki, Naama, Maggy….. sind nur einige der Namen von wundervollen Hundepersönlichkeiten, die in den letzten zwei Jahrzehnten den Weg von Sabine Neumann, Österreich kreuzten. Denen sie ein Zuhause im Hundeseniorenheim und -hospiz “Tier-reich” geben durfte. Meine Güte, so viel wurde erlebt. Sooo viele Geschichten. So viel gelernt, begriffen, verstanden, unendlich viele Hürden überwunden. Sabine und ihr Team durften so viel geben und haben noch mehr zurückbekommen. Davon möchte sie erzählen. Von einigen dieser wunderbaren Geschöpfe. Ihr hört wahre Geschichten und Konzepte für das Zusammenleben, Management und Training von Hunden mit Angsterfahrungen, Aggressivität, traumatischen Erlebnissen, Verwahrlosung, körperlichen und geistigen Einschränkungen, zum Teil altersbedingt. Ein Vortrag zum Mitfühlen, Lernen, Staunen und Begreifen, was alles möglich ist – und was nicht. Geschichten für alle, die ihr Herz öffnen möchten.
Dass Hunde, die (ursprünglich) bei der Jagd eingesetzten Rassen angehören, bei Witterung oder Sicht von Wildtieren eine erhöhte Erregungslage zeigen können und diese unter Umständen auch verfolgen wollen, ist selbstverständlich. Allerdings gibt es einige Hunde, die diesen Rahmen des Normalverhaltens sprengen, indem sie schon bei der Sichtung eines entfernten Kaninchens minutenlang schreien, unzählige Male auf dem Spaziergang bei der kleinsten Bewegung eines Singvogels in die Leine preschen oder bereits bei bestimmtem Bewuchs (wie z.B. offene Felder oder Hecken) gar nicht mehr ansprechbar sind. In ihrem Vortrag erklärt Dr. Lara Steinhoff, Deutschland wann Jagdverhalten problematisch wird und welche gesundheitlichen Ursachen dahinterstecken können. Anhand von Fallbeispielen bespricht sie typische Begleitsymptome, sinnvolle diagnostische Schritte und wichtige medizinische Zusammenhänge. Außerdem betrachtet sie den Einfluss der Ernährung sowie verbreitete Mythen und häufige Fehler in der Fütterung. Ein praxisnaher Vortrag für Hundehaltende, die ihren Hund besser verstehen und gezielt unterstützen möchten.
Der Hund macht nicht, was wir wollten… Was nun? Welche Möglichkeiten hat man, mit diesem „Fehler“/ dieser Information vom Hund umzugehen und ihn in seinem Lernprozess zu unterstützen? Dr. Katja Frey, Deutschland geht in ihrem Vortrag ausführlich auf die vielen verschiedenen Wege und deren Vor- und Nachteile bzw. der möglichen Nebenwirkungen ein. Praxisnah und mit vielen Beispielen zeigt sie, was genau der Hund uns mit seinem Fehler sagt und mit welchem Mittel aus dem bunten Strauß der Möglichkeiten wir ihm daher am besten antworten. Mit diesem konstruktiven Blick können wir dafür sorgen, dass der Trainierende und der Hund entspannt und freudig im Training bleiben und der Trainingsdialog gelingt.
Seit über zehn Jahren untersuchen Cristina und Aurélien Budzinski, Frankreich das Verhalten von Hunden in der Praxis, die Pulsmessung gewährt ihnen dabei einen direkten Einblick in den inneren Zustand, die Emotionen und die Selbstregulierung eines Hundes. Was sie dabei entdeckt haben, hat sie oft überrascht: Verhaltensweisen, die wir normalerweise übersehen, entpuppen sich als Ausdruck tiefer liegender Mechanismen, und scheinbar gewöhnliche Alltagssituationen haben weitaus stärkere Auswirkungen, als wir uns vorstellen können. In diesem Vortrag geben uns die beiden einen Einblick in ihre Pulsmessstudie, um uns eine neue Perspektive zu vermitteln, wie wir die Gefühle von Hunden besser verstehen können.
Um einen Blick in zukünftiges Hundetraining werfen zu können, wird der Vortrag von Mag. Med.vet. Karl Weissenbacher, Österreich derzeitiges Hundetraining und die Stellung des Hundes in der Gesellschaft aus verschieden Blickwinkeln analysieren. Beginnend mit einer historischen Betrachtung spannt sich der Bogen über wissenschaftliche Erkenntnisse, ethische Aspekte und rechtliche Vorgaben hin zu einem Blick in die Zukunft.
Seit Jahrzehnten dominiert die „Alpha-Theorie“ – abgeleitet aus Beobachtungen an in Gefangenschaft lebenden Wölfen – den wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs über die Soziologie des Hundes und stellt das soziale Leben von Hunden als lineare, despotische Hierarchie dar, die vom Streben nach Dominanz getrieben ist. Dieser „Dominanz-Blindfleck“ verschleiert jedoch oft die reichhaltigeren, nuancierteren sozialen Realitäten von Hunden. Der Vortrag von Sindoor Pangal, Indien hinterfragt traditionelle Narrative, indem er das Konzept der Elder-Based Structures (EBS) vorstellt, ein Modell, in dem Führung nicht durch Aggression erobert, sondern auf der Grundlage von Alter, Erfahrung und den spezifischen Bedürfnissen der Gemeinschaft verliehen wird. Auf der Grundlage qualitativer Forschung und Langzeitbeobachtungen frei lebender Hunde, die über 70 % der weltweiten Hundepopulation ausmachen, konzentriert sich dieser Vortrag auf das Leben von Chaita, einer frei lebenden Hündin in Südindien. Durch die Untersuchung von Chaitas ausgefeilter sozialer Entscheidungsfindung – von der Regulierung des Reviers ihrer Familie bis hin zum Abschluss komplexer „Abkommen“ mit benachbarten Rivalen – deckt sie eine Welt ritualisierten Verhaltens und kultureller Weitergabe auf, die über einfache Dominanz hinausgeht.
Sie wird sich mit folgenden Themen befassen: Die Unterscheidung zwischen EBS und DMH (Despotically Maintained Hierarchy): Wie sich eine bestimmte Führungsrolle eher in den Bedürfnissen der Gemeinschaft widerspiegelt als in individuellen Persönlichkeitsmerkmalen. Der „Tier-Spiegel“: Wie unsere Fixierung auf Dominanz gesellschaftliche Vorurteile widerspiegelt und unser Verständnis vom Wohlergehen von Hunden beeinflusst. Indem wir vorgefasste Meinungen ablegen, können wir beginnen, Hunde nicht als Objekte zu sehen, die beherrscht werden müssen, sondern als hochentwickelte Mitbewohner mit ihren eigenen uralten Traditionen und ihrer eigenen Weisheit.
Freitag, den 13. November 2026
| 12.00 Uhr | Begrüßung und Eröffnung des XXV. Internationalen Hundesymposiums |
| 12.30 – 14.00 Uhr | Karin Jansen: „Die Co-Regulation des Nervensystems“ |
| Kurze Pause | |
| 14.30– 16.00 Uhr | Katja Frey: „Ein Fehler ist eine Information: Über den konstruktiven Umgang mit Fehlern im Hundetraining” |
| Kurze Pause | |
| 16.30 – 18.00 Uhr | Dr. Karl Weissenbacher: „Professionelle HundetrainerInnen – was bringt die Zukunft?!“ |
Samstag, den 14. November 2026
| 9.00 – 10.30 Uhr | Sindoor Pangal: „Jenseits des Alphas: Die Entdeckung altersbasierter Sozialstrukturen bei Hunden“ |
| Kurze Pause | |
| 11.00 – 12.30 Uhr | Turid Rugaas: „Wie wir unsere Hunde führen – eine aktuelle Studie“ |
| Mittagspause | |
| 14.00 – 15.30 Uhr | Linda Tellington-Jones: „Die Säulen der Tellington-Touch-Methode: Von der Beobachtung zur Philosophie“ |
| Kurze Pause | |
| 16.00 – 17.30 Uhr | Christina und Aurelien: „Wie Schnüffeln, Wälzen und andere artspezifische Aktivitäten den Puls beim Hund beeinflussen“ |
Sonntag, den 15. November 2026
| 9.00 – 10.30 Uhr | Sabine Neumann: „Geschichten aus dem Tier-reich” |
| Kurze Pause | |
| 11.00 – 12.30 Uhr | Dr. Lara Steinhoff: "Jagdliche Übererregung beim Hund – gesundheitliche Ursachen & Einfluss der Ernährung" |
| Mittagspause | |
| 14.00 – 15.30 Uhr | Clarissa von Reinhardt: „Gerätearbeit mit Hunden - der richtige Einsatz, auch in der Verhaltenstherapie” |
| gegen 16.00 Uhr | Ende des Symposiums |
Wenn Du am Symposium teilnehmen möchtest, kannst Du es gleich online buchen. Nach Eingang Deiner Anmeldung erhältst Du eine Buchungsbestätigung und Rechnung. Die Zugangsdaten zum Webinar schicken wir per Email in der Woche vor dem Symposium. Die Aufzeichnungen können bis zum 15.12.2026 online angesehen werden.
Wir freuen uns, Dich im November bei diesem spannenden Programm dabei zu haben!
Mit hunde-freundlichen Grüßen
Clarissa v. Reinhardt & das animal learn Team
