Liebe Hundefreunde,

wir feiern Jubiläum, denn in diesem Jahr veranstalten wir zum 20. Mal das Internationale Hundesymposium, zu dem wir Sie herzlich einladen. Als erste Organisation im deutschsprachigen Raum haben wir eine solche Veranstaltung ins Leben gerufen, die sich seitdem großer Beliebtheit erfreut. Wie auch in den vergangenen 20 Jahren tragen zahlreiche Experten aus dem In- und Ausland wieder interessante Themen rund um den Hund vor und wir haben uns wie immer bemüht, ein spannendes und abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen, das für jeden interessant ist, der mit Hunden lebt und/ oder arbeitet.

Aufgrund der immer noch schwierigen Situation findet das Symposium dieses Jahr wieder als Webinar statt, so dass Sie es bequem online von zu Hause aus besuchen können.

Das Zusammenleben von Mensch und Hund bedingt in der heutigen Gesellschaft ein hohes Maß an Anpassungsvermögen. Um einerseits den Hund und andererseits die Umwelt zu schützen, wird in vielen Situationen seine Bewegungsfreiheit kontrolliert. Regeln des Zusammenlebens bestimmen den Alltag mit der Familie und Verbote im Alltag begrenzen die Freiheiten im öffentlichen Raum. Gleichzeitig ist insbesondere der Lebensraum in Städten und den dazugehörigen ländlichen Einzugsgebieten reich an Umweltreizen, die mehr oder weniger anziehend für Hunde sein können. Sie begegnen ständig fremden Hunden und Menschen, oft in sehr geringer Distanz, und sind vielen Gerüchen, Geräuschen und Bewegungsreizen ausgesetzt (z. B. Verkehr, Sport treibende Personen, hohe Wilddichte in begrenzten Grüngebieten). In Innenräumen und auf privatem Grund bestimmt ein dichtes Netz aus Geboten und Erwartungen das Hundeverhalten: Nicht anspringen, nicht bellen, nicht bedrängen, keine Objekte und Lebensmittel in Reichweite nehmen, nicht an den Müll gehen, ebenso wenig an das Katzenklo und -futter, keine Löcher im Garten buddeln und drinnen nichts benagen. Einfach nur „artig sein“.

„Artig sein“ bedeutet,

  • natürliche und normale Verhaltensweisen, die in diesen Situationen zu erwarten wären, nicht zu zeigen,
  • trotz der damit einhergehenden Frustration ruhig und kooperativ zu bleiben und
  • sich dem Menschen gegenüber immer höflich zu verhalten.

Hierzu benötigt der Hund ein hohes Maß an Selbstkontrolle. In diesem Vortrag schildert Dr. Stephan Gronostay, Frankreich wie Hunde durch kleinschrittiges und individuell angepasstes Training mit positiver Verstärkung lernen können, dass es sich für sie lohnt, sich bei attraktiven und stimulierenden Reizen zurückzunehmen und zuverlässig kooperatives und wünschenswertes Verhalten zu zeigen – und wie Halter lernen, ihre Ansprüche an den Hund auf ein erfüllbares Maß zu reduzieren.

Wer mit aggressiven Hunden lebt und arbeitet, hat natürlich ein Interesse daran, die Sicherheit im Umgang mit ihnen zu maximieren. Trish McMillan, USA beschreibt in ihrem Vortrag Maßnahmen, die die Sicherheit für Trainer, Verhaltensberater und Tierheimpersonal erhöhen. Schwerpunkte dieses Vortrags sind das sichere Arbeiten durch vorausschauende Planung, defensive Handhabungstechniken und den richtigen Umgang mit den Leinen. Für jeden, der mit aggressiven Hunden arbeitet, sind der effektive Einsatz verschiedener Trainingstechniken, das Erkennen des Ausdrucksverhaltens und das sichere Abbrechen einer Auseinandersetzung von entscheidender Bedeutung. Auch hierüber spricht Trish McMillan.

Viele Hundetrainer sind aufgrund ihrer Tierliebe zu ihrem Beruf gekommen, haben jedoch schnell erkannt, dass er auch viel Arbeit mit dem Menschen mit sich bringt, zum Beispiel beim Kundenkontakt oder dem Austausch mit Kollegen. Häufig bringen wir – meist ungewollt – sowohl die Hunde als auch deren Halter dazu, Fehler zu machen, um diese dann zu korrigieren. Chirag Patel, England zeigt uns, wie wir das ändern können und wie wir Methodenvielfalt effektiv nutzen, um jedes Mensch-Hund-Team zum bestmöglichen Trainingserfolg zu bringen. Mit der modernen Verhaltensanalyse und durch den Einsatz von Freundlichkeit entwickeln wir ein besseres Verständnis und finden adäquate Lösungswege.

Hunde-Körpersprache einmal anders: Katja Krauß, Deutschland ist eine der beiden Autorinnen des Buches „Emotionen bei Hunden sehen lernen – eine Blickschule” und konzentriert sich in ihrem Vortrag weniger auf die wissenschaftlich detaillierte Beschreibung von Ausdrucksverhalten als vielmehr auf eine echte Blickschulung für Hundehalter und -trainer: Wie sieht ein unsicherer, ängstlicher, neugieriger oder aggressiver Hund aus? Wie unterscheidet sich die Mimik bei schlapp- oder stehohrigen, lang- oder kurzhaarigen Hunden und wie lernt man, die gezeigten Äußerungen im Kontext der Situation richtig zu deuten? Nachdem zunächst die einzelnen „kommunizierenden“ Körperteile des Hundes und deren Signale unter die Lupe genommen werden, schließt sich ein ausführlicher Teil zu den einzelnen Grundemotionen an – betrachtet wird das Thema also von der anderen Seite. Katja Krauß zeigt uns ihre persönlichen Schwerpunkte auf, so ergibt sich ein umfassendes Gesamtbild, das hilft, Hunde künftig besser lesen und verstehen zu können.

Was ist eigentlich über Persönlichkeit bei Tieren bekannt? Und wieso haben Kühe Temperament, Mäuse Charakter und Fische Persönlichkeit? Dr. Katharina Graunke, Deutschland präsentiert den aktuellen Stand der Wissenschaft zur Persönlichkeitsforschung bei Tieren und welche Schlüsse wir daraus für das Training unserer Hunde ziehen können. Auch die Trainer- und Halterpersönlichkeit darf dabei nicht vergessen werden.

Körper, Geist und Seele hängen zusammen, nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei unseren Hunden. Der Unterschied ist, dass es für Menschen eine Vielfalt an Programmen, Coachings und Lebensberatungen gibt, die für uns die Harmonie auf den drei Ebenen wiederherstellen können. Wenn es jedoch bei unseren Hunden hapert oder sogar schlimmer wird trotz Trainingsmethoden aller Couleur, wird einfach die nächste Trainingsmethode angesteuert. Wie häufig kommen Kunden mit der verzweifelten Aussage: „Sie sind unser letzter Versuch!“ Alle Hoffnung wird in die neue Methode gesetzt, angewandt von einem weiteren neuen Trainer.
Zeit für ein Reset. Denn Training mit einem solchen Hund ist alles andere als fair. Es verlangt Kooperation und Leistung von einem Organismus, der noch nicht mal mit seiner Umgebung und seinem Alltag, sehr häufig noch nicht mal mit dem eigenen Körper zurechtkommt. Sein Verhalten spricht von Verzweiflung, wird aber leider nicht immer als solche verstanden. Genau das ist die Absicht eines Canine Resets: die Bedürfnisse von Seele, Körper und Geist werden unter die Lupe genommen und der Hund wird auf allen Ebenen unterstützt. Wie das geht, wie man vorgehen kann und wie schnell so etwas fruchtet, erklärt uns Katrien Lismont, Deutschland.

Dr. Michael Lehner, Deutschland spricht über die 10 häufigsten Erkrankungen, mit denen Patienten in seiner Klinik erscheinen. Neben chronischen Verläufen mit längerfristigem Behandlungsbedarf können natürlich auch akute Krankheiten auftreten. Manche Erkrankungen lassen sich besser therapieren als andere und manchen kann sehr gut vorgebeugt werden. Welche Symptome können wir im Training gut erkennen, welche Ursachen kommen infrage, wann muss ein Training abgebrochen werden und der Kunde sofort zum Tierarzt geschickt werden? Wann liegt ein Notfall vor und wann kann eine Untersuchung bzw. Behandlung noch warten bis zum nächsten oder übernächsten Tag? Auf all diese Fragen gibt uns Dr. Michael Lehner Antworten. 

Menschen, aber auch Hunde, die Opfer von Gewalt, jeglicher Form von Missbrauch oder lebensbedrohlichen Umständen wurden, leiden unter Umständen ein Leben lang unter den Folgen. Viele Hundehalter und -trainer werden zunehmend mit traumatisierten Hunden konfrontiert. Oft zeigen diese Hunde Verhaltensauffälligkeiten wie Ängste, aggressives Verhalten, Unruhe, stereotypes oder selbstverletzendes Verhalten, die mit herkömmlichen Erziehungs- und Trainingsmethoden nur schwer beeinflussbar sind. Sie zeigen als Reaktion auf ein Trauma ähnliche Bewältigungsstrategien und entwickeln vergleichbare psychische Symptome bzw. Verhaltensprobleme aufgrund von neurobiologischen Veränderungen ihres Nervensystems. Robert Mehl, Deutschland beschäftigt sich mit der Frage, welche Interventionen und Behandlungsansätze bei der Bewältigung der psychischen Folgen eines Traumas helfen und ob diese auf Hunde übertragbar sind und warum nicht jedes Individuum, das ein Trauma erlebt hat, psychische Symptome als Reaktion darauf entwickelt.

Cris Carles, Spanien spricht in ihrem Vortrag über Assistenzhunde, die gehörlose oder schwerhörige Halter im Alltag unterstützen, indem sie sie auf wichtige Geräusche aufmerksam machen. Sie stellt uns vier verschiedene Typen von Menschen mit Hörverlust und ihre spezifischen Bedürfnisse vor, erklärt, warum das Temperament der Hunde eine entscheidende Rolle spielt und warum es so ganz anders ist als bei anderen Assistenzhunden. Damit die Ausbildung dieser Hunde gelingt, ist es zum Beispiel wichtig, den Hund in bestimmten Situationen dazu zu ermuntern, Eigeninitiative zu zeigen.

Freitag, den 19. November 2021
12.45 UhrBegrüßung und Eröffnung des XX. Internationalen Hundesymposiums
13.00 – 14.30 UhrDr. Michael Lehner: „Die 10 häufigsten Erkrankungen beim Hund“
Kurze Pause
15.00– 16.30 UhrDr. Stephan Gronostay: „Selbstkontrolle positiv trainieren“
Kurze Pause
17.00 – 18.30 UhrRobert Mehl: „Traumata und ihre psychischen Folgen“
Samstag, den 20. November 2021
9.00 – 10.30 Uhr Chirag Patel: „Ausbilden mit moderner Verhaltensanalyse und Freundlichkeit”
Kurze Pause
11.00 – 12.30 UhrCris Carles: „Signalhunde für schwerhörige oder gehörlose Menschen“
Mittagspause
14.00 – 15.30 UhrTrish McMillan: „Sicherheit und defensiver Umgang mit aggressiven Hunden Teil 1“
Kurze Pause
16.00 – 17.30 UhrTrish McMillan: „Sicherheit und defensiver Umgang mit aggressiven Hunden Teil 2“
Sonntag, den 21. November 2021
9.00 – 10.30 Uhr Katrien Lismont: „Canine Reset – wenn nichts mehr geht, aber sich etwas ändern muss. Ganzheitliche Ansätze für eine Verhaltensveränderung”
Kurze Pause
11.00 – 12.30 UhrKatja Krauß: „Emotionen bei Hunden sehen lernen – eine Blickschule“
Mittagspause
14.00 – 15.30 UhrDr. Katharina Graunke: „Persönlichkeit bei Tieren – was wissen wir und was gibt’s Neues?“
gegen 16.00 UhrEnde des Symposiums

Wenn Sie am Symposium teilnehmen möchten, können Sie dieses direkt online buchen. Nach Eingang Ihrer Buchung erhalten Sie eine Buchungsbestätigung und Rechnung. Die Zugangsdaten zum Webinar schicken wir Ihnen per Email in der Woche vor dem Symposium. Das Symposium wird aufgezeichnet – die Aufzeichnung können Sie bis zum 05.12.2021 online ansehen.

Wir würden uns freuen, Sie im November bei diesem spannenden Programm dabei zu haben!

Mit hunde-freundlichen Grüßen
Clarissa v. Reinhardt + Team

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