Liebe Hundefreunde,

in diesem Jahr veranstalten wir zum 21. Mal das Internationale Hundesymposium, zu dem wir Sie herzlich einladen. Wie auch in den vergangenen 20 Jahren tragen zahlreiche Experten aus dem In- und Ausland wieder interessante Themen rund um den Hund vor und wir haben uns wie immer bemüht, ein spannendes und abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen, das für jeden interessant ist, der mit Hunden lebt und/ oder arbeitet.

Das Symposium findet dieses Jahr wieder als Webinar statt, so dass Sie es bequem online von zu Hause aus besuchen können. Das Symposium wird aufgezeichnet – die Aufzeichnung können Sie bis zum 07.12.2022 online ansehen.

In den letzten zwei Jahrzehnten wurden die kognitiven Fähigkeiten von Hunden wissenschaftlich untersucht und so wissen wir inzwischen viel darüber, was der Hund über seine Umwelt versteht. Wir wissen auch einiges über die Riechleistung des Hundes und wie er zur Nasenarbeit zu trainieren ist. Jedoch ist noch so gut wie gar nichts darüber bekannt, wie Kognition und Geruch zusammenhängen. Dr. Juliane Bräuers, Deutschland längerfristiges Ziel ist es deshalb zu erforschen, wie Hunde die Welt durch ihre Nase wahrnehmen und verstehen. In diesem Vortrag stellt sie verschiedene Studien dazu vor. Zum Beispiel stellt sich die Frage, ob Hunde eine Vorstellung von etwas oder jemandem haben, wenn sie eine Spur aufnehmen. Oder „denken“ sie nichts weiter als „Gute Spur, die muss ich verfolgen“ oder „Schlechte Spur, die muss ich meiden“? Oder wie sehr lassen sich Polizeihunde von ihren Hundeführern beeinflussen? Insgesamt werden wir feststellen, dass wir im Gegensatz dazu, wie oft Hunde zur Riecharbeit eingesetzt werden, erstaunlich wenig darüber wissen, wie das Ganze funktioniert.

Sichtbare Narben lassen uns mitfühlen. Was hat das Lebewesen erduldet? Welchen Schmerz hat es ausgehalten? Wir sind verwundert, wie Tiere es dennoch schaffen, wieder zu vertrauen, sich wieder einzulassen und Bindungen einzugehen. Doch wie sieht es mit den seelischen Wunden und Narben aus? Liebeskummer tut weh. Eine Aussage verletzt. In unserem Sprachgebrauch haben wir es längst erkannt: Auch psychische Belastungen können wehtun. Die Trennung von der Bindungsperson gehört dazu.
„Alleinebleiben“ ist keine Kleinigkeit für unsere Hunde. Das Aushalten von Frustration auch nicht. Ein Wunder, wie gut unsere Hunde das häufig verkraften. Mit dem Ende der Homeoffice-Pflicht wird das Thema für viele angeschaffte Hunde und ihre Halter dringend und aktuell. Was können wir tun, um unsere Hunde oder Mensch-Hunde-Teams dabei bestmöglich zu unterstützen? Wie können wir lindern, wenn der Mensch vom Homeoffice zurück an den Arbeitsplatz geht? Wie können wir dafür sensibilisieren, dass das Aushalten von psychischem Schmerz dem körperlichen Schmerz gleichzusetzen ist? Diesen Fragen widmet sich Anne Bucher, Deutschland in ihrem Vortrag. Sie hinterfragt Trainingsmethoden und betrachtet die Erkenntnisse zu psychischem Schmerz – nicht nur anhand der Corona-Folgen

Seit fast 20 Jahren ist Winkie Spears, England professionelle Hundetrainerin in London. Es gibt einige Probleme, die bei ihren Kunden immer wieder auftauchen, die häufigsten davon sind: Trennungsangst, Bellen, Rückruf, Angst, Ziehen an der Leine und Hyperaktivität. Doch sollte nicht vergessen werden, dass all diese Verhaltensweisen nur Symptome eines tiefer liegenden Problems sind. Bei der Analyse ist es wichtig, so viel wie möglich über den einzelnen Hund und seine Familie, den Tagesablauf, den Gesundheitszustand usw. zu erfahren. Winkie Spears erklärt uns, wie sie diese Informationen sammelt und danach mit den Kunden arbeitet.

Kastration beim Hund – ein ambivalentes und immer noch heiß diskutiertes Thema, das die Gemüter bewegt und dessen Debatten emotional geführt werden. Dieser Vortrag wird Fakten anhand aktueller Studien zum Thema Kastration vorstellen und deren Resultate in Zusammenhang bringen. Verschiedene gesundheitliche, physische und psychische Aspekte, die durch eine Kastration verändert werden könnten, werden diskutiert. Der Vortrag von Dr. Sandra Foltin, Deutschland soll informieren und unterstützend zum Entscheidungsprozess und zur Aufklärung beitragen.

Hunde, die territorial motiviertes Verhalten zeigen, werden nicht nur von den Nachbarn häufig mit bösen Blicken bedacht. Bei Nachlässigkeit ihrer Menschen können sie auch zu einer realen Gefahr für Besucher oder Paketboten werden. Dabei ist es gar nicht so schwer, durch einfache Maßnahmen und ein wenig positiv gestaltetes Training auch kritische Situationen zu managen. Wichtig sind vor allem Hintergrundwissen über die territoriale Motivation und vorausschauendes Handeln. Inga Jung, Deutschland erklärt uns in ihrem Vortrag ausführlich, worauf hierbei zu achten ist.

In dem Vortrag von Dr. Juliane Kaminski, England geht es um die folgenden zentralen Fragen: Was verstehen Hunde über menschliche Kommunikation? Verstehen Hunde, was wir sagen oder was wir ihnen zeigen und wo sind die Grenzen des Verständnisses?  Außerdem stellt sie die aktuellsten Ergebnisse zu den Micromimiken von Hunden und zum DogFACS-System aus ihrer Forschungsgruppe vor.

Die meisten Hundehalter sind gerne mit ihren Hunden in der Natur unterwegs, dennoch führt der Anspruch, den die Gesellschaft an beide hat dazu, dass Hundehalter viel Zeit des Spaziergangs mit Training verbringen und sie ihn daher nicht immer genießen können. Dabei ist achtsam unterwegs zu sein gerade für hibbelige Hunde und gestresste Menschen ein so wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Trainings. Nur so entsteht eine tiefe Mensch-Hund-Beziehung. In diesem Vortrag erklärt Ines Scheuer-Dinger, Deutschland, die seit Jahren schwerpunktmäßig mit jagdlich motivierten Hunden und Jagdhunden arbeitet, wie man auch mit aufgeregten Hunden Entspannung im Wald aufbauen kann und gleichzeitig als Hundehalter alle positiven Effekte des Waldbadens nutzen kann.

 

In ihrem ersten Vortrag untersucht Terrie Hayward, British Virgin Islands die Körpersprache des Hundes auf Genauigkeit und Verständnis. Sie spricht darüber, was Stress und Entspannung bewirken und präsentiert uns ihre Methoden für das Training zum besseren Verständnis der Körpersprache. Dabei stellt sie uns ihre Arbeitsmittel wie zum Beispiel die Erstellung eines Ethogramms vor, die es Trainern ermöglichen sollen, die Kundengespräche effektiver und effizienter zu führen.

Ihr zweiter Vortrag beschäftigt sich mit der Definition von Trennungsangst, geht auf Mythen und Fehler während des Trainings ein und bewertet die Komponenten eines Desensibilisierungsprotokolls, das zu Entspannung führen soll, wenn der Hund allein zu Hause bleiben soll. Schritt für Schritt veranschaulicht sie, wie sie ihren Kunden dabei hilft, den Hund auf das Alleinebleiben vorzubereiten – einschließlich anfänglicher Erwartungen, wöchentlich kleiner Motivationsschritte und der erhofften Lösung des Problems.

Kirsten Dillon, England ist Hundetrainerin und Verhaltensforscherin, die sich auf die Ausbildung von Assistenzhunden und Assistenzhunde-Trainern spezialisiert hat. In ihrem Vortrag konzentriert sie sich auf die Unterschiede zwischen dem Training für einen Menschen mit körperlicher Behinderung im Gegensatz zu einem Training für psychisch Erkrankte, vor allem für Patienten, die unter PTBS leiden. Auch die Auswahl des Hundes, seine Erziehung, seine Sozialisation und Gesundheitstests werden thematisiert. Ihre Trainingsmethode basiert auf einem absolut gewaltfreien „Bond-Based Option Training”.

Freitag, den 18. November 2022
12.45 UhrBegrüßung und Eröffnung des XXI. Internationalen Hundesymposiums
13.00 – 14.30 UhrSandra Foltin: „Kastration beim Hund“
Kurze Pause
15.00– 16.30 UhrJuliane Kaminski: „Hund-Mensch-Kommunikation“
Kurze Pause
17.00 – 18.30 UhrAnne Bucher: „Gefühle, die wehtun“
Samstag, den 19. November 2022
9.00 – 10.30 Uhr Winkie Spears: „Problemlösung für Hund und Halter”
Kurze Pause
11.00 – 12.30 UhrKirsten Dillon: „Ausbildung von Assistenzhunden für psychisch Erkrankte – speziell Trauma-/ PTBS-Patienten“
Mittagspause
14.00 – 15.30 UhrTerrie Hayward: „Der 3D Hund: Die Körpersprache des Hundes verstehen“
Kurze Pause
16.00 – 17.30 UhrTerrie Hayward: „Über Mythen und Lösungen bei Trennungsangst“
Sonntag, den 20. November 2022
9.00 – 10.30 Uhr Ines Scheuer-Dinger: „Waldsam unterwegs und Waldbaden mit Hund”
Kurze Pause
11.00 – 12.30 UhrInga Jung: „Mein Haus, mein Garten, mein Auto – Territorialverhalten verstehen und auf freundliche Weise managen"
Mittagspause
14.00 – 15.30 UhrDr. Juliane Bräuer: „Kognition und Geruchssinn – wissen Hunde, was sie riechen?”
gegen 16.00 UhrEnde des Symposiums

Wenn Sie am Symposium teilnehmen möchten, können Sie dieses direkt online buchen. Nach Eingang Ihrer Buchung erhalten Sie eine Buchungsbestätigung und Rechnung. Die Zugangsdaten zum Webinar schicken wir Ihnen per Email in der Woche vor dem Symposium. Das Symposium wird aufgezeichnet – die Aufzeichnung können Sie bis zum 07.12.2022 online ansehen.

Wir würden uns freuen, Sie im November bei diesem spannenden Programm dabei zu haben!

Mit hunde-freundlichen Grüßen
Clarissa v. Reinhardt + Team

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